Wittener Krankenhausforum // Blog

Über den Tellerrand zu schauen, zahlt sich aus

Über den Tellerrand zu schauen, zahlt sich aus

Über den Tellerrand zu schauen, zahlt sich aus

Investitionen in moderne Technologien beschränken sich in Zeiten des Investitionsstaus oft auf die notwendigsten Bereiche. Krankenhausleitungen müssen also genau abwägen, ob sich aufgrund der beschränkten Mittel eine Investition nachhaltig lohnt und sinnvoll ist. Dabei fällt der Blick meist nur auf die medizinischen Kernbereiche und es wird nicht geschaut, was links und rechts davon passiert: Während auf den Stationen oft modernste Medizintechnik angeschafft wird, verrichten im Keller nicht selten ineffiziente Heizungsanlagen seit mehreren Jahrzehnten ihre Dienste – mit negativen Folgen für Finanzen und Klima. Das St.-Josefs-Hospital in Hagen zeigt, dass sich eine Modernisierung auszahlt.

Die Ausgaben für Energie machen einen vermeintlich kleinen Teil der jährlichen Kosten eines Krankenhauses aus, trotzdem handelt es sich um eine durchschnittlich sechsstellige Summe, die den Etat belastet. Die Modernisierung veralteter und ineffizienter Anlagentechnik verringert den Energieverbrauch, den Heizwärmebedarf und den Stromverbrauch, sodass auf diese Weise jährlich Geld eingespart wird, das an anderer Stelle verwendet werden kann. Krankenhäuser, die ihre Zukunftsfähigkeit stärken wollen, dürfen nicht davor zurückschrecken, auch bei diesem Thema Veränderungen anzustoßen.

St.-Josefs-Hospital hat Notwendigkeit zur Veränderung erkannt

Mit den Betriebsstätten St.-Johannes-, St-Marien- und St.-Josefs-Hospital spielt die Katholische Krankenhaus Hagen gGmbH eine wichtige Rolle in der medizinischen Versorgung der Stadt. Der Wille zu Innovationen und Veränderungen ist aber auch für etablierte Häuser unumgänglich, selbst wenn sie – wie das St.-Josefs-Hospital – schon seit 1893 bestehen. Die Geschäftsleitung der KKH-Hagen entschied sich 2011 daher zu einer umfangreichen Sanierung der Anlagentechnik im St.-Josefs-Hospital, um Energieeffizienz und Qualitätssicherheit zu optimieren.

Energieverbrauch und Kosten gesenkt

Das St.-Josefs-Hospital in Hagen verfügt über 270 Betten auf knapp 22.060 m2 Nutzfläche. Nach der Modernisierung konnte der gesamte Energieverbrauch von 8.017.536 kWh auf 5.638.647 kWh im Jahr gesenkt werden. Gleichzeitig reduzierte sich der Heizwärmebedarf von 363 kWh/m2 auf 255 kWh/m2. Doch damit nicht genug: der Stromverbrauch ist ebenfalls deutlich auf 2.546.000 kWh/Jahr zurückgegangen.

Mit der daraus resultierenden Einsparung von 1.005 t CO2-Emissionen pro Jahr leistet das St.-Josefs-Hospital einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz und beweist, dass die Verantwortung für die Gesundung des Menschen mit der Verantwortung für die Umwelt einhergeht.

Effizienzsteigerung durch innovative Technik

Erreicht wurden diese beachtlichen Einsparungen durch den Einbau von Systemtechnik der Marke Buderus aus dem Hause Bosch Thermotechnik. Das St.-Josefs-Hospital in Hagen folgte dem Rat des Thermotechnikunternehmens und entschied sich für den Einsatz eines Blockheizkraftwerks (BHKW). Dieses eignet sich ideal für den Betrieb bei langen Laufzeiten, wie es gerade in Kliniken der Fall ist, da dort nahezu rund um die Uhr Warmwasser und Strom benötigt wird. Dank der innovativen Technik wird ein Teil des Stroms zur Eigenbedarfsdeckung und die komplette Wärme für Heiz- und Warmwasser verwendet. Auf diese Weise lässt sich die Effizienz des eingesetzten Erdgases erhöhen, da es doppelt genutzt wird.

Die Wärme- und Warmwasserversorgung der Patienten garantieren nun drei moderne Stahlheizkessel mit insgesamt 4.050 kW Leistung. Zwei Frischwasserstationen sorgen dafür, dass das Wasser den hohen hygienischen Ansprüchen des Krankenhausalltags genügt: Durch ihr Durchflussprinzip wird die mögliche Verkeimung der Anlage minimiert.

Ein Gewinn für Image und Umwelt

Die Modernisierung hat sich für das St.-Josefs-Hospital in Hagen in mehrfacher Hinsicht ausgezahlt. Zum einen sind hier die jährlichen Kosteneinsparungen zu nennen, durch die ein größerer finanzieller Spielraum in anderen Bereichen ermöglicht wird. Zum anderen wurde das Engagement für die Umwelt belohnt: Für die Verringerung der CO2-Emissionen um 1005 Tonnen pro Jahr sowie den Einsatz eines Energiemanagementsystems erhielt das Krankenhaus im September 2015 das BUND-Gütesiegel „Energie sparendes Krankenhaus“. Damit werden Krankenhäuser ausgezeichnet, die ihren Energieverbrauch bzw. die Kohlendioxid-Emissionen (C02) deutlich senken. Dank der Sanierung zählt das St.-Josefs-Hospital in Hagen nun zu den 44 Krankenhäusern in Deutschland, die das BUND-Gütesiegel tragen – ein nicht zu unterschätzender Mehrwert für das Image des Hauses.

Diesen Artikel teilen: Email to someoneShare on FacebookGoogle+Tweet about this on Twitter

Kommentar verfassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit einem Sternchen markiert *